BER: Wie es euch gefällt

+++ Lütke Daldrup redet über den BER: 55 Mio.PAX/Jahr +++

+++ Bretschneider redet über den BER: 45 Mio.PAX/Jahr +++

+++ Müller redet nicht mehr über TXL +++

Ein Zug wird kommen: FBB-Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup im BER-Bahnhof

Guten Tag,

bezogen auf den BER ist aus einem "Es könnte doch so schön sein" schon lange ein "Es ist doch so schön" geworden, jedenfalls wenn man dem Aufsichtsvorsitzenden und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), den Herren Bretschneider und Lütke Daldrup, glauben will. Die Aufsichtsratssitzung der FBB vom gestrigen Tag, sollte dann weitere Aufschlüsse bringen.

+++ Lütke Daldrup redet über den BER: 55 Mio.PAX/Jahr +++

Der Mai scheint auch im BER alles neu zu machen. Am 8. Mai 2012 erfolgte, kurz vor der vermeintlich sicheren BER-Eröffnung am 3. Juni 2012 eine spektakuläre Terminabsage, die sich allerdings nur dadurch auszeichnete, dass ihr im November des gleichen Jahres eine weitere Terminabsage für den 27. Oktober 2013 folgte. Danach wurden keine exakten Daten mehr genannt. Mehdorn gab vage das zweite Halbjahr 2017 an. Wir fassen zusammen: 1999, 2004, 2007, 2010, 2011 und 2 x 2012 wurden BBI/BER-Termine abgesagt. Nun ist man seitens der Flughafengesellschaft und der Politik klüger geworden und nennt keine exakten Daten mehr.

Laut Lütke Daldrup, bei einer BER-Besichtigung am 19.05.2017, hätte das BER-Problem vor allem darin bestanden, dass zwischen 2010-2012 der Politik und der Öffentlichkeit von der FBB-Geschäftsführung unter Rainer Schwarz nicht die Wahrheit gesagt worden sei. Was ist Wahrheit und welche Wahrheit war seitens der Politik überhaupt erwünscht, könnte man  zurückfragen. Für Lütke Daldrup ist jedenfalls alles auf einem guten Weg, und Flughäfen würden ja nie fertig werden, obwohl wir gerne anmerken, dass die meisten Flughäfen im Gegensatz zum BER doch tatsächlich betriebsbereit sind.

Der BER werde, so Lütke Daldrup, auch einer der am besten in die regionalen Verkehrssysteme am Boden eingebundenen Airports überhaupt sein. Immerhin stünden S-Bahn, Bus + PKW über die A 113 und der Flughafenexpress zur Verfügung.
 
Welche Auswirkungen die bis auf weiteres nicht verfügbare Schienenanbindung über die Dresdner Bahn in Lichtenrade haben werde und ob ein 50/50-Mix zwischen Straße und Schiene überhaupt noch erreichbar sei, wollte Lütke Daldrup nicht bewerten, da er sich zu den Aktivitäten der Deutschen Bahn AG nicht äußern wollte. Der BER hätte aber eine maximale Kapazität von ca. 55 Mio. Passagieren im Jahr und die planfestgestellten 360 000 Flugbewegungen pro Jahr seien noch lange nicht erreicht.         

+++ Bretschneider redet über den BER: 45 Mio.PAX/Jahr +++

Bretschneider sprach im Interview mit der Berliner Morgenpost vom 17.05.2017 von einer Jahreskapazität von 45 Mio. Passagieren und ließ dann die Katze aus dem Sack, als er der lange gehegten Vorgabe vom Drehkreuz BER eine Absage erteilte und den Point to Point-Verbindungen für den BER den Vorzug gab.

Ist das nun Ehrlichkeit oder hat Herr Bretschneider einfach den Überblick verloren? Fest steht, dass Air Berlin 4 mal am Tag ein leistungsfähiges Drehkreuz mit jeweils 25 Flugzeugen hat, eingeschlossen alle Langstrecken der Air Berlin nach New York, Chicago, San Franciso, Los Angeles und Abu Dhabi. Und dieses funktioniert trotz der inferioren Bedingungen in Tegel ausreichend gut und könnte natürlich am BER endlich erweitert werden. Aber auch am BER drohen massive Engpässe im Terminalbereich.

Übergang vom BER-Bahnhof zum Terminal: Zwei statische Treppen, eine Rolltreppe. Müsste das Verhältnis nicht umgekehrt sein?

In der Pressemitteilung zur FBB-Aufsichtsratssitzung vom 22.05.2017 wird Bretschneider schließlich mit den Worten zitiert: "Gleichzeitig ist klar, dass wir auch bei unserem wichtigsten Thema, der Fertigstellung des BER, weiter vorankommen müssen." Das klingt originell und optimistisch und wer wollte sich dem nicht anschließen und fortan als Miesmacher gelten. Aber die Frage sei gestattet, ob die Fertigstellung eines Flughafens nicht immer das selbstverständliche Ziel aller Anstrengungen sein muss, das offensichtlich nur ganz und gar zu erreichen ist.

+++ Müller redet nicht mehr über TXL +++

Ja, es ist alles viel besser als wir es uns je ausmalen wollten und Lütke Daldrup kalauerte noch, dass man zu Hause mutmaßlich einer größeren Brandgefahr ausgesetzt sei, als im zukünftigen BER.

Viel besser wird es auch für Michael Müller werden, der sich fortan nicht mehr zu TXL äußern muss. Das Thema hat er auf seine Stadtentwicklungssenatorin Lompscher von der Partei Die Linke abgeschoben, die Flughäfen überhaupt nicht schätzt. Michael Müller ist nun fein raus, aber die Kapazitäts-Unterdeckung des Berliner Flugverkehrs bleibt bestehen, unbeschadet der Aussagen von Bretschneider und Lütke Daldrup und der erklärten Absicht von Politik und FBB, den Flughafen Tegel zu schließen.  

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team




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