Das Volk gegen die "Drei Affen" - Neuer Tempelhof-Volksentscheid in Sicht!

Wenn der Titel eines Volksentscheids unwichtig, sein Zweck aber ausschlaggebend ist

 

Anlässlich der kurzfristigen Absage des BBI-Eröffnungstermins vom 3.6.12 am 8.5.12 veröffentlichten wir diese Fotomontage. Zu sehen war die offizielle Promotion-Tasse der Flughafengesellschaft - von uns verfeinert mit den "Drei Affen". Der Slogan "Da ist mehr für Sie drin" gilt leider nach wie vor.

 

Guten Tag,

die "Drei Affen" stehen für Nicht Sprechen, Nicht Sehen und Nicht Hören.

Und nachdem die hiesige Politik dieses Prinzip schon ausgiebig auf THF und BBI/BER angewandt hat, soll sich nun diese gesammelte Ignoranz erneut in Tempelhof austoben - allein ein erfolgreicher Volksentscheid könnte das noch verhindern.  

Stimmen Sie daher bitte bei dem kommenden neuen Volksentscheid Tempelhof gegen die Bebauung des ehemaligen Flughafens Tempelhof, und stimmen sie damit gegen die dort geplante "Klaus Wowereit-/Frank Henkel-Gedächtnisbibliothek", nebst einem weiteren Mega-Projekt. Allein die Bibliothek könnte läppische 500 Mio. Euro an Steuergeldern verschlingen, obwohl es mit der Amerika-Gedenkbibliothek und der Zentral- und Landesbibliothek schon bewerte Standorte gibt. Also warum neu machen, was man schon hat?

Und eins ist klar: Entscheidend ist das Ziel, die Bebauung zu verhindern, falsch ist der Titel des Volksentscheids, der da lautet "100% Tempelhofer Feld".



Mit Verlaub, das "Tempelhofer Feld" existierte bis 1923, und war bis zu diesem Datum 200 Jahre lang ein Exerzierfeld, auf das ab und an auch die untertänige Zivilbevölkerung durfte, um staunend und zu vielen Hundertausenden Flugvorführungen beobachten zu dürfen. Erstaunlich und voller Ironie ist daher die Wiederbelebung dieses Namens, da der allgemein zugängliche Flughafen Tempelhof ab 1923 die erste zivile Nutzung darstellte.  

Wir sind jedenfalls nicht gut Freund mit diesen "100%", die Petersilie auf Beton schick, Kleingartenkolonien aber spießig finden, und für die Mobilität selbstverständlich, Flugverkehr aber böse ist - aber vor dem erfolgreichen Volksbegehren ziehen wir unseren Hut, Chapeau!

Es geht jetzt vorrangig darum, ein weiteres Mega-Projekt des Berliner Senats zu verhindern, dass nur auf buntem Papier gut aussieht, aber in der Realität nur Rote Zahlen produzieren wird. Unser Titelvorschlag hätte daher gelautet: "Stoppt die Geldverschwendung in Tempelhof!"

Wohnen und Arbeiten sollen hier, vermeintlich ohne jeden Subventions-Euro, neu erfunden werden, obwohl das an vielen Ecken in Berlin schon angeboten wird - und speziell in Tempelhof soll das zu moderaten Preisen geschehen. Das kann wohl nur ein Märchen sein, dessen Neuinszenierung für Tegel aber schon auf dem Plan steht.

Und da für jeden Wowereit-Senat Tempelhof ein ganz besonderes Pflaster ist, darf es hierzu wohl keinen Widerspruch geben, und ein alter Bekannter, der jetzige Stadtentwicklungssenator Michael Müller, wird wieder einmal die ganz große Operette aufführen, erneut ein Luftschloss nach dem anderen in den Himmel über Tempelhof malen - und höchstwahrscheinlich erneut gewinnen.

Denn diesmal geht es um 621 846 Ja-Stimmen gegen den Berliner Senat, was erneut kaum zu schaffen sein wird! 2008 waren es 609 509 Stimmen gewesen.

Und eine Zusammenlegung des neuen Tempelhof-Volksentscheids mit den Europawahlen am 25.05.2014 wird es definitiv nicht geben, da der zuständige Innensenator Henkel rechtzeitig und treuherzig erklären wird, dass es technisch absolut nicht machbar ist, den Wahlunterlagen einen weiteren Bogen hinzuzufügen - denn wer verliert schon gerne, wenn er Zeitpunkt und Verfahren mitbestimmen kann?

Aber vielleicht werden die erforderlichen Ja-Stimmen erreicht oder sogar noch übertroffen werden. Unsere Empfehlung: Lassen Sie es uns einfach alle probieren - der Geldverschwendung in Tempelhof ein Ende zu bereiten.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team
 


Nachtrag

Am 24.1.14 präsentierten die Berliner Piraten ihren bunten Zwischenbericht zum hiesigen BER-Untersuchungsausschuss. Als Aufreißer präsentierte Martin Delius den Vorschlag, die Berliner Anteile an der Flughafengesellschaft für einen Euro + Schulden dem Bund zu überlassen. Und der BBI/BER sei einer "Hauptstadtideologie" geschuldet, und nicht etwa der Notwendigkeit zusätzliche Luftverkehrskapazität zu schaffen.

Laut Polit-Kauderwelsch der Piraten-Fraktion müsse es zudem gelingen den BER zu "delegitimieren", wobei offen blieb, welche Großprojekte, geschweige denn Flughäfen, legitim wären, denn laut Delius würden auch 10 BER-Flüge am Tag (im Rahmen des Mehdornschen Testbetriebs) Lärm machen. Wir fragen uns nun, ob Klaus Wowereit nicht ein verkappter Pirat ist, da der Job der "Delegitimierung" doch schon längst getan ist.

 

Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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Kommentare

Der Verfasser des neusten BER-Artikels hat bezüglich des aktuellen Volksentscheides über den Zentralflughafen Tempelhof den Kern wieder einmal voll getroffen. 5 Jahre nach der Schließung von THF haben wir nun die Möglichkeit, die weiteren Geldverschwendung für die ZLB und damit die Randbebauung zu stoppen. Wir haben jetzt auch die Möglichkeit Klaus Wowereit einen Denkzettel zu verpassen. Es ist schändlich, wie sich die Berliner CDU zu diesem Thema verhält, die eine Randbebauung befürwortet und sich noch vor 5 Jahren für den Erhalt von THF als Verkehrsflughafen eingesetzt hat - trotzdem Hut ab vor Ralf Olschweski, von der CDU Tempelhof-Schöneberg, einem Mann mit Rückgrat. Sofern der Volksentscheid am 25.Mai 2014 stattfindet, wird dieser Tag der Tag der Abrechnung für alle Freunde des Zentralflughafens Berlin-Tempelhof. Stimmt alle gegen die Bebauung von THF!!

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