Satiregipfel BER

In Schönefeld werden Aprilscherze wahr

 

Leere BER-Parkhäuser im Nebel: Keine Passagiere brauchen keine Parkplätze
 


Guten Tag,

der 1. April ist vorbei, und die entsprechenden BER-Scherze werden Realität oder sind es schon lange.

So ist der launig vorgeschlagene BER-Soli, ausgelöst durch die nicht limitierten Nachschusspflichten der öffentlichen Anteilseigner (Bund, Bundesländer Berlin und Brandenburg), de facto für die Allgemeinheit schon lange Realität. Und das politische Prestigeobjekt BER wird mit nicht gedeckelten, realen Haushaltsmitteln zu bezahlen sein.  


Kein Scherz sind auch die aktuellen Schätzungen der Baukosten auf mindestens 8 Mrd. Euro (im Oktober 2013 waren es offiziell "nur" 4,7 Mrd. Euro), die geringe Wahrscheinlichkeit, dass vor 2017 eröffnet werden kann und die weiterhin fehlende BER-Baudokumentation - und das bei dem größten Infrastrukturprojekt der Region.

Da ist es auch nicht mehr weit bis zu den von uns im Vorjahr geschätzten Kosten von 10 Mrd. Euro und der Annahme der BER-Eröffnung nicht vor 2017.     



Seit dem Absagen der Privatisierung damals in 2003 und der damit verbundenen fehlenden industriellen Führung ist nach dem Baubeginn in 2006 jetzt offenbar unklar, was wann wo gebaut worden ist. Das Ergebnis dieses Desaster ist, dass die Entkernung der fertiggestellten Bauteile bzw. sogar der komplette Neubau des Flughafens in den Bereich des Möglichen gerät.

Kein Aprilscherz ist es leider auch, dass die genannten Mängel schon seit Jahren diskutiert werden, und wir seit 2007 über entsprechende Hinweise berichtet haben - als der BBI/BER noch als unantastbar galt und in 2011 und dann in 2012 eröffnet werden sollte. Insgesamt wurde die Eröffnung viermal verschoben, bis dann schließlich auf die Nennung eines neues Termins komplett verzichtet wurde.      

Und last but not least rollen wieder Köpfe.

So kündigte Hartmut Mehdorn dem Leiter der BER-Ressorts Real Estate, Harald Siegle, fristlos, der das BER-Chaos an seinen Chef und dann an die Aufsichtsratsspitze berichtete, was – wie heute üblich, kurz darauf in den Zeitungen stand. Die jeweilige Leitungsebene entlastet sich also wie gehabt durch das Auswechseln von untergeordnetem Personal - nichts Neues in Schönefeld!

Man könnte nun, in Anlehnung an den Georg Kreisler-Titel "Tauben vergiften im Park", den offensichtlich inkompetenten BER-Entscheidern andichten, dass ihnen inzwischen Geldverbrennen im BER zur Leidenschaft geworden ist. Der neue Kehrvers könnte also lauten: "Die Bäume sind grün und der Himmel ist blau, lasst uns Gelderverbrennen im BER!"

Laut Comedian Dieter Nuhr würde allerdings Geldverbrennen zu einer unzulässigen Feinstaubbelastung führen. Allerdings könnte der Qualm durch die neu zu bauende Entrauchungsanlage geleitet werden, da die bestehende nach jüngsten Erkenntnissen komplett umgebaut werden muss - auch das ein Stück aus dem Tollhaus, das leider real ist.
 
Den entstandenen Schaden für die Allgemeinheit taxierte Nuhr bei seinem "Satire Gipfel" vom 7.4.14 mit 100-200 Hoeneß-Einheiten, die mit 350-700 Jahren Haft zu bewerten wären. Das Strafmaß könnte dann großzügig auf 150 Jahre ermäßigt werden, was auf Wowereit und Platzeck aufzuteilen wäre und wiederum nur 75 Jahre pro Nase ergeben würde - u. E. ein toller Deal, auch wenn hier Gurken und Tomaten verglichen werden!

Wer weiß, vielleicht produziert Nuhr seinen nächsten "Satire Gipfel" im BER – Platz und Ruhe sind ja ausreichend vorhanden.
 
Schon Anfang 2013 synchronisierte Peter Rütten die Markus-Lanz-Talkshow mit Klaus Wowereit in seiner ganz eigenen Weise - auch hier wird die Fiktion mehr und mehr zur Realität.       

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team

 




Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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Kommentare

Man muss sich nur einmal vorstellen, was man alles mit diesem Geld anfangen könnte. Die maroden Berliner Schulen und Straßen erneuern oder richtig gutes Schulesssen für unsere Kinder anbieten. Unsere Parks sehen auch aus, wie ein Urwald und werden nicht oder kaum gepflegt. Klaus Wowereit trägt die Hauptverantwortung für dies Desaster und Hartmut Mehdorn dienst nur als Blitzableiter, der Arme! Die verantwortlichen Politiker in Berlin und Brandenburg sollten sich schämen. Berlin, pleite aber sexy, nein danke!
Katja Schmidt, Berlin-Marzahn

Der Begriff „Satire“ ist sicher richtig, die Geschehnisse weiten sich aber auch zu einem regelrechten Drama aus. Die Zerfallserscheinungen im Projekt sind nicht mehr zu übersehen, und es macht sich überall Angst vor dem Untergang bemerkbar.

Das Erstaunliche ist aber: Selbst jetzt finden die BER-Unterstützer nicht die Fähigkeit, ihre schweren Fehler und die Verblendung der letzten Jahre aufzuarbeiten. Bestes Beispiel ist hier der aktuelle Kommentar von Lorenz Maroldt vom Berliner Tagesspiegel:

http://www.tagesspiegel.de/meinung/mehdorn-und-der-hauptstadtflughafen-a...

Die Schuld am Debakel macht der erklärte Wowereit-Freund demnach an der „unternehmensschädlichen Renitenz“ von Brandenburgs Ministerpräsident Woidke sowie am parteipolitischen Ränkespiel der Bundesregierung fest, die ohnehin an jedem Problem in Wowereit-Berlin schuld ist. Und natürlich an Mehdorn. Das war´s. Das ist die ganze Aufarbeitung. Schuld sind – wie immer in der schlichten Welt der Tagesspiegel-Journallie- immer nur die Anderen.

Angesichts solcher Verfälschung der Tatsachen fällt es schwer, Mitleid mit den BER-Anhängern und –Lobbyisten zu entwickeln. Die sind noch gar nicht tief genug gefallen. Der alte Hochmut ist immer noch da.

Herr Maroldt, Sie reden von „Angst und Schrecken“ beim BER. Die Wahrheit ist, Sie wissen doch gar nicht was das ist. Aber Sie werden sicher noch Gelegenheit haben. es zu lernen. Und dann können Sie einen Kommentar mit dem Titel schreiben „Danke BER !“.

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